28. Januar 2020

Der Küchengartenpavillon

Was hat ein Küchengartenpavillon auf einem Friedhof zu suchen?

Der KüchengartenpavillionEigentlich nichts. Der Pavillon stand ursprünglich auch woanders (ca. 2 km entfernt) – und zwar da, wie es der Name vermuten lässt: nämlich in einem Küchengarten. Der Garten wurde ab 1652 für die hannoverchen Welfen (einst Herzöge, dann Kurfürsten und Könige Hannovers) zwischen heutiger Fössestraße und Davenstedter Straße im Dorf Linden vor den Toren Hannovers angelegt und in den 1740er Jahren aufwändig umgestaltet. Der Pavillon ersetzte dann 1749 als eine Art steinerne Gartenlaube die hölzernen Pavillons und Lauben aus der Anfangszeit des Gartens. Nach dem Untergang der Welfen 1866 wurde der Küchengarten aufgelöst, das Gebäude stand dort im Wege, wurde aber von einer Lindener Initiative gerettet, 1911 an der heutigen Fössestraße abgebaut und ab 1913 auf dem Lindener Berg wieder aufgebaut.

Das denkmalgeschützte Gebäude steht heute auf dem städtischen Friedhof und ist eines der wichtigsten Barockgebäude Hannovers. Seit 2002 nutzt es der gemeinnützige Verein Quartier e.V. für kulturelle Zwecke. Neben vielen Informationen über dieses Gebäude, dem Gelände auf dem es steht und den Lindener Berg, werden jährlich bis zu sechs Kunstausstellungen im oberen Raum unter der Kuppel gezeigt. „Feine Kunst aus hannoverschen Ateliers“ heißt die Veranstaltungsreihe und wird vom Kulturbüro der Stadt Hannover gefördert.

Die Langfassung über den Küchengartenpavillon kann man in zwei Broschüren unseres Vereins Quartier e.V. nachlesen:
Der Küchengartenpavillon in Linden von Jonny Peter und Wilfried Dahlke (Quartier-Reihe „Lindener Geschichtsblätter, Heft 1, Hrsg. Quartier e.V., Hannover-Linden 2003)
Der Königliche Küchengarten in Linden von Wilfried Dahlke und Jonny Peter (Quartier-Reihe „Lindener Geschichtsblätter, Heft 2, Hrsg. Quartier e.V., Hannover-Linden 2004)
Copyright sämtlicher Texte bei Quartier e.V. Hannover-Linden

Bildquellen

  • Der Küchengartenpavillion: Quartier e.V.