Aus Sicht der Natur

Schirin FatemiIm Küchengartenpavillon wird am 30. August 2020 um 14 Uhr die erste Ausstellung nach der Sommerpause mit dem Titel: „Aus Sicht der Natur“, mit Radierungen und Malerei von Schirin Fatemi eröffnet. In die Ausstellung führt Gudrun Meischner ein.

Schirin Fatemi ist eine Künstlerin, die sich ganz unterschiedlicher bildnerischer Ausdrucksmittel bedient, von farbintensiver Malerei bis zur monochromen Druckgrafik.

Bei den Radierungen handelt es sich meist um einfarbige Unikate, gedruckt von der Kupferplatte, die im Küchengartenpavillon gezeigt werden. Mit den Probedrucken stimmt sie den Farbton ab, dann entstehen kleine Auflagen. Ihre bevorzugten Techniken sind Aquatinta und Ätzradierungen.

Dagegen legt sie in ihren Gemälden, die oft themengleich mit der Druckgrafik entstehen, einen hohen Wert auf die farbliche Gestaltung. In ihrer figurativen Malweise bringt sie den Menschen mit der Natur zusammen. Man könnte meinen, der Mensch gehört auf ihren Bildern in diese natürlichen Landschaften. Aber, irgendetwas scheint diese Idylle zu unterbrechen. Ihre Protagonisten wirken nicht fröhlich, sind aber auch nicht traurig. Sie werden von der Künstlerin bewusst platziert und sind gedanklich verhaftet. Fast meditativ nehmen sie ihre Umgebung wahr oder bewegen sich in ihr. „Die Natur hat sich den Menschen zurückgeholt“, so die Künstlerin. Sie will ihn wieder für ihre Interessen gewinnen. Doch die Menschheit ist, trotz der gestellten Nachdenklichkeit auf den Bildern, dort noch nicht angekommen. Der Weg zurück, mit der Natur in Einklang zu leben, scheint noch in weiter Ferne. Obwohl sich der Mensch gegenüber seines Lebensraumes seiner Frevel bewusst ist, kann er sich nur schwerlich dazu bekennen. Verzicht liegt ihm nicht!

Der Fokus in den Arbeiten von Schirin Fatemi ist das „Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur“. Es ist ein Dialog der Beiden. Ihr zentrales Thema, das auch gesellschaftspolitisch gesehen sehr passend ist in dieser Zeit. Ob es um Klimawandel, Baumsterben oder Raubbau an der Natur geht, die Zustände sind bereits formuliert, aber die Einsichten bereiten sich nur langsam aus. Mit dieser Erkenntnis verlieren die inhaltlichen Darstellungen ihre Romantik, die man als Betrachter anfänglich, beim ersten Anschauen empfindet. „So schön könnte es sein“, brennt sich in unsere Köpfe ein und trotz aller Härte, die jetzt in diesen Bildern zu finden ist, ist es nur ein Angebot, „aus Sicht der Natur“.

Wer die Künstlerin vor ihren Arbeiten erleben möchte, kann sie am Samstag oder Sonntag, den 5. und 6. September beim „Zinnoberwochenende“im Küchengartenpavillon antreffen. Bei dieser städtischen Veranstaltung „öffnen Kunstorte ihre Türen“. Die Ausstellung ist an beiden Tagen von 11:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Die Künstlerin ist anwesend und übernimmt persönlich in kleinen Führungen den Einblick in ihre künstlerische Arbeit. Am 27. September folgt das Künstlergespräch mit Schirin Fatemi und Ulrich Barth um 16:00 Uhr.

Schirin Fatemi ist Diplomkünstlerin. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Bologna und Rom. Sie war vertreten in nationalen und internationalen Ausstellungen, u.a. in Berlin, Bremen, Halle, Hangzhou, Hannover, Mailand, Rom und San Francisco.

Sie lebt und arbeitet heute in Mehrum bei Hannover und in Rom. www.schirinfatemi.de

Der Küchengartenpavillon ist unter Auflagen dienstags, freitags und sonntags von 15:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Die Ausstellung kann bis zum 13. Oktober besucht werden.

 

Wir freuen uns auf ihren Besuch.

Ulrich Barth                                                                 www.quartier-ev.de

Ausstellungsorganisation bei Quartier e. V.                 Am Lindener Berge 44, 30449 Hannover

Bildquellen

  • einlad_s_fatemi_k: Melanie Rochow