Richtig schön nass war es ..

Ausstellungseröff. im Regen 14.6.

.. am 14. Juni um 17:00 Uhr, als die Ausstellung von Anne Brömme (Malerei) und ihrem Dialogpartner Jürgen Morgenstern(Klang/Musik) eröffnet werden sollte. Die angekündigte Performance der Beiden drohte ins Wasser zu fallen, so heftig regnete es zu weilen. Dann tauchten die ersten Regenschirme auf dem Lindener Bergfriedhof auf und keiner der beiden Künstler wollte jetzt das angekündigte Programm absagen. Die Besucher nahmen auf den bereitgestellten Stühlen auf der Wiese Platz. Es füllte sich zunehmen. Der Blick war auf das barocke Gebäude gerichtet.

Anne Brömme auf dem westlichen Balkon, rollte eine Papierbahn aus und fing, nach kurzer Begrüßung und einführenden Worten von Matthias Riemann, heftig an Farbe auf dem Papier zu verteilen. Natürlich inspiriert von der Musik von Jürgen Morgenstern, der mit seinen Klängen aus der Ukulele die Ergänzungen zu diesem künstlerischen Dialog vom östlichen Balkon her beisteuerte. Jetzt konnte jeder der Besucher sehen, was im Internet nicht zu sehen ist. Erstmals arbeiteten beide parallel. Nur die beiden Akteure konnten sich nicht sehen, aber hören. Dafür hatte Jürgen Morgenstern mit seiner Technik gesorgt.

Nicht nur die beiden Künstler waren nach kurzer Zeit durchnässt, auch das Papier riss beim Herabziehen, als es unter dem Geländer hindurch gezogen, den Besuchern sichtbar gemacht werden sollte. Jetzt half  nur Schieben, bis es dann senkrecht vor dem Eingang hing. Applaus kam auf. Die Demonstration war gelungen; die Farbe allerdings begann weg zu laufen.

So erlebten etwa fünfzig kulturdurstige Besucher bei diesem warmen Dauerregen die vor dem Küchengartenpavillon angekündigte Performance. Samt der Eröffnungsrede, bis dann endlich alle in Vierergruppen nacheinander in die Ausstellung hinein durften.
Corona verlangt zuweilen viel ab von unseren Kulturentwöhnten Besuchern, aber die Stimmung hat darunter nicht gelitten. Im Gegenteil, bei einem Plastikbecher mit Prosecco war den Regenmachern vergeben. Es scheint ein Phänomen, dass mit dem Entzug von Kultur durch Corona unsere Geduld zunehmend gefordert wird. Und wir bekommen es hin. Für die meisten Besucher waren es zwei Stunden im Regen stehen, um die ausgestellten Bilder, samt Vertonung bewundern zu können.

Am 12. Juli 2020 um 17:00 Uhr werden wir Anne Brömme und Jürgen Morgenstern in ein Künstlergespräch verwickeln. Vielleicht scheint dann mal wieder die Sonne und wir können vor dem Pavillon oder, je nach Besucherzahl oder Lockerung, auf dem Balkon noch etwas sitzen und einen Wein trinken. Sie sind herzlich eingeladen.

Ulrich Barth, Quartier e.V.

 

Anne Brömme – Malerei und Jürgen Morgenstern – Klangimprovisation

“ ZWISCHENZWEIEN ZWEI“ – im Küchengartenpavillon, auf dem Lindener Berg.

Die Ausstellung kann bis zum 4. August dienstags, freitags und sonntags von 15:00 bis 17:00 Uhr besucht werden.

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