Ausstellungsplakat Helmut Hennig

Helmut Hennig: „Farbenkosmos“

Ausstellungsplakat Helmut Hennig

Ausstellungsplakat Helmut Hennig

Ein begehbarer Licht- und Klangraum von Helmut Hennig im Küchengartenpavillon vom 15.03. bis 12.05.2019

Schon bei bedecktem Himmel und zunehmend mit der Dämmerung, wird die Installation von außen durch die mit milchiger Folie verkleideten Fenster sichtbar.
Irgendetwas ist neuerdings am Küchengartenpavillon anders als sonst auf dem Lindener Bergfriedhof. So ahnt es der zufällige Spaziergänger.
Die kaleidoskopisch gespiegelten Fensterprojektionen von Quallen, in einer überzeichneten Farbigkeit, lassen von ihrer Symmetrie her eine in sich schlüssige Darstellung in die Außenwelt scheinen. Die bewegten Bilder werden in einer verlangsamten Projektion ausgestrahlt und trotzdem als lebendige Lebewesen ausfindig gemacht. Erst bei detaillierter Vergrößerung avancieren die Objekte zu überdimensionalen Pop-Art Malereien, wie sie aus den siebziger Jahren bekannt sind.
Der Küchengartenpavillon wird zu den bekannten Öffnungszeiten abends zu einer übergroßen Laterne, deren Umrisse bei aufkommender Dunkelheit verschwinden. Fast mystisch versackt er in die Nacht. Nur die Fenster behaupten sich zunehmend. Bis nach Einbruch der Dunkelheit die Zeitschalteinrichtung alles zum Erlöschen bringt. So soll es sein auf diesem Friedhof. Mit Pietätslosigkeit hat das nichts zu tun. Im Gegenteil, das lebendige Dahingleiten auf den Projektionsflächen bringt eine neue aber besinnliche Stimmung auf diesen Friedhof. Welche letzte Stätte hat so etwas schon zu bieten? Der Höhepunkt des Tages ist für einen Monat die „Blaue Stunde“ und das zum „Blauen Wunder“.
Der wahre meditative Charakter dieser Licht- und Klanginstallation kommt aber erst innen richtig zu Geltung. Man rücke sich einen Stuhl in die rechte Position, nehme dort Platz und lasse das Spektakel über sich ergehen. Der Raum ist voller Technik. Die Projektion genau auf die vier Fenster abgestimmt. Dazu der Gesang von Walen und anderem Getier aus zwei versetzt arbeitenden Lautsprechern, lassen Kommunikation vermuten. Vier Bildschirme zeigen Videos mit Kurzfilmen von Helmut Hennig.
Er ist ein Techniker mit höchsten Ansprüchen. Seit drei Wochen ist er hier, in den Tagen zwischen unseren Öffnungszeiten, am probieren, das Optimale heraus zu holen. Immer bemüht, seine Vorstellungen und Gedanken mit seiner Technik umzusetzen. Genauigkeit und Erfahrung lassen hier nun ein Ergebnis wahr werden, dass unseren kleinen Raum in ein ganz großes Licht rückt.
Vielen Spaziergängern und Kleingärtnern ist es bereits aufgefallen, was schwer zu vermeiden war. Sie sind stehen geblieben und jetzt gespannt auf die Eröffnung am 15. März um 18:00 Uhr, wenn dann der Licht- und Klangraum begehbar wird.

Öffnungszeiten:
Di, Fr und So ab 15:00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit,
Sa ab 18:00 Uhr, allerdings nur bei schönem Wetter.

Ab dem 16. April wird es dann anders. Ein paar Tage nach Umstellung auf Sommerzeit wird Helmut Hennig den oberen Raum von innen her abdichten. Dann kann kein Sonnenstrahl herein und nichts dringt mehr nach außen. Alles spielt sich nur noch Innen ab und neue Überraschungen werden sich abwechseln.
Dann gilt wieder Di, Fr und So von 15:00 bis 17:00 Uhr, wie es immer war.
Wir freuen uns auf ihren Besuch.
Ulrich Barth, Quartier e.V.

Quartier e.V. wird institutionell unterstützt durch die LHH Hannover, Fachbereich Bildung und Qualifikation.

Bildquellen

  • Ausstellungsplakat Helmut Hennig: Quartier e.V.